21. März 2017

Peru erlebt einer der schlimmsten Naturkatastrophen seiner Geschichte

Von Gerardo Basurco, Themen Soziale Entwicklung

Peru erlebt einer der schlimmsten Naturkatastrophen seiner Geschichte

"El Niño costero", so wie dieses Naturphänomen getauft wurde, das auf die Pazifikküste Perus und Ecuadors begrenzt sein soll, im Gegensatz zum weltumfassenden El-Niño-Phänomen, welches in regelmäßigen Abständen die Pazifikanrainer aufsucht (zum letzten Mal 1997/98) wütet seit Jahreswende vor der peruanisch-ecuadorianischen Küste mit ungewöhnlicher Stärke.

Ausgelöst wird das Phänomen durch eine starke Meerwassererwärmung.
"Die durchschnittliche Sommertemperatur von 24 oder 25 ° C ist es nun vier oder fünf Grad über dem Normalwert und das ist, was der Regen durch die starke Verdunstung von Wasser verursacht ", so das Meteorologische Institut Senamhi.

In der Folge kommt es zu heftigen Niederschlägen und die Flussläufe führen, auf ihren Weg zum pazifischen Ozean, deutlich mehr Wasser als üblich. Das führt zu Überschwemmungen und Schlammlawinen.

Bisherige Bilanz der stärksten Niederschläge seit 18 Jahren in Lima und den nördlichen Regionen des Landes: 78 Tote, 20 Vermisste, insgesamt 643.216 direkt von den Überschwemmungen und den Erdrutschen betroffene Menschen, 101.104 haben ihr Obdach verloren. Ferner sind 2.148 Kilometer Straßen zerstört und weitere 4.554 sind beschädigt; 175 Brücken sind zerstört und 290 sind betroffen (Nationales Katastrophenschutzzentrum COEN).

Obwohl das Phänomen regelmäßig wiederkehrt, haben die Zentral-, Regional- und Kommunalregierungen es versäumt, Vorsorge zu treffen. Ferner führen Pfusch und Korruption bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen zu mangelhaft ausgeführten Baumaßnahmen, wie eine kürzlich eingestürzte Brücke in Lima (Puente de la Solidaridad) zeigt.

Die starken Regenfälle werden nach Angaben von Meteorologen noch bis April andauern. Entwarnung ist noch nicht in Sicht.

Peru steht vor einer gewaltigen Aufgabe, den entstandenen Chaos zu überwinden und danach steht der Wiederaufbau bevor.

Zwar erlebt das Land eine positive Wirtschaftsentwicklung seit einigen Jahren, in dieser Notsituation ist es jedoch dringend auf humanitäre Hilfe des Auslands angewiesen.

Spendenaufruf

Quellen: Andina, El Peruano und La República

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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