15. September 2019

PERUMIN 2019 zwischen Hoffnung und sozialen Spannungen

Von Gerardo Basurco, Themen Newsletter - 2019 - 10 Oktober | Bergbau | Import: Peruanische Produkte in D-A-CH

PERUMIN 2019 zwischen Hoffnung und sozialen Spannungen

In der südperuanischen Stadt Arequipa findet vom 16. bis 20. September PERUMIN, eine der größten Bergbaumessen der Welt statt. Es ist die 34. Ausgabe der im zweijährigen Turnus wiederkehrenden Branchenschau. PERUMIN ist in drei Komponenten gegliedert: den Bergbaukongress Mining Summit, das Technologie-, Innovation- und Nachhaltigkeit-Forum (TIS Forum) und die Ausstellermesse EXTEMIN. In allen dreien wird Innovation im Fokus stehen, von der aus verschiedene Aspekte der Branche angegangen werden, wie sektorale Herausforderungen, Erkundung und Geologie, Sozial- und Umweltmanagement, Entwicklung des Humankapitals, Arbeit und Bildung.

Zweifelsohne ist die Ausstellermesse EXTEMIN der wichtigste Bestandteil: Beim letzten Mal hatten 47 deutsche Unternehmen teilgenommen, für dieses Jahr haben sich rund 64 angemeldet (Liste hier). Die Schweiz ist dieses Jahr mit einem eigenen Pavillon mit ca. einem Dutzend Unternehmen vertreten wo auch Peru-Vision anwesend sein wird.

PERUMIN findet im Kongresszentrum Cerro Juli statt, in dem derzeit die letzten Bau-, Elektrifizierungs-, Sanitär- und Anschlussarbeiten durchgeführt werden. In dieser komfortablen Lokalität werden für PERUMIN mehr als 60.000 Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern erwartet, darunter Wirtschaftsführer, Investoren, Behörden, Beamte, Fachleute und Studenten. An der EXTEMIN nehmen mehr als 800 nationale und internationale Institutionen und Unternehmen teil, die sich auf 1.400 Ständen verteilen.

Zudem wird es im EXTEMIN ein Innovationspavillon mit Projekten geben, die von führenden Unternehmen der Branche entwickelt wurden, sowie Initiativen, die von Studenten und jungen Fachleuten während der Vorbereitungsaktivitäten zu PERUMIN entwickelt wurden. Die Newcomer haben die Möglichkeit, ihre Unternehmungen oder Start-ups potenziellen Kunden und/oder Investoren zu präsentieren. In vier Veranstaltungen Hackathon (eine kollaborative Soft- und Hardwareentwicklungsveranstaltung) wird noch der Sieger ermittelt, der dann sein Projekt im Innovationspavillon der Messe ausstellen darf. Diese finden auf der Endveranstaltung von 11.-13.09. in der Universität UNSA von Arequipa statt. Bisher haben sich 20 Teams qualifiziert.

PERUMIN wird seit 1954 vom Institut der Bergbauingenieure Perus IIMP organisiert.
Der Präsident des Instituts, Luís Rivera erklärt, dass sich PERUMIN mit Arequipa identifiziert, weil es eine emblematische Region für den Bergbau ist: "Diese ist Teil des südlichen Korridors, der die größte Produktion und den größten Export von Mineralien konzentriert, dank großer Betriebe wie Cerro Verde, Toquepala, Cuajone, Antapaccay, Las Bambas und anderen".
Er erinnerte daran, dass PERUMIN seit 1954 mit dem Ziel veranstaltet wird, die Herausforderungen des Bergbaus zu analysieren und zu diskutieren und seine Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes bekannt zu machen sowie die fachliche Weiterbildung seiner Teilnehmer zu stärken. "Wir sehen mit Befriedigung die Transzendenz, die das Ereignis im Laufe der Jahre erreicht hat. Dies entspricht der Bedeutung des Bergbaus für die integrale Entwicklung unseres Landes, sowohl wirtschaftlich als auch sozial", sagte Rivera.
Carlos Gálvez, Präsident der Perumin 34 äußerte Anfang September auf einer Veranstaltung der Katholischen Universität in Arequipa, dass der Bergbau zwischen 9% und 11% zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beiträgt, 12% der privaten Investitionen tätigt, etwa 60% der Exporte Perus beisteuert, sich auf 17 Regionen erstreckt und sechs indirekte Arbeitsplätze für jeden direkten Arbeitsplatz schafft, da die Wirtschaftstätigkeit in verwandten Branchen gefördert wird.

Soziale Spannungen in der Region Arequipa

Im Projekt Tía María nicht unweit der Stadt Arequipa lodert seit einigen Wochen ein Konflikt. Diverse Gremien sind seit zwei Monaten im Ausstand getreten. Dieses Projekt hat eine lange Geschichte (wir berichteten) und wurde zwei Mal wegen mangelhafter Behandlung der Umwelt- und Sozialauswirkungen unterbrochen. Nun erteilte die Regierung plötzlich die Erlaubnis zur Weiterführung des Vorhabens, ohne die Bevölkerung in die Entscheidung einzubeziehen. In der Zwischenzeit ist die Abbaulizenz aufgehoben, aber der Konflikt zwischen der Bevölkerung, dem mexikanischen Konzessionär Southern Peru und der Regierung haben sich zugespitzt.
Die Anführer der Proteste in der Konfliktregion haben für den 16. September einen Ausstand in der Makroregion Süd ausgerufen und nehmen eine kritische Stellung zur Veranstaltung Perumin ein.
Parallel zu PERUMIN haben diverse soziale Organisationen zu einer Parallelveranstaltung vom 18. bis 20. September aufgerufen, um über Bergbauprobleme zu diskutieren - jedoch aus der Sicht der Arbeiter und der von der Rohstoffförderung betroffenen ländlichen und indigenen Gemeinschaften.

Quelle: Perumin

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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