28. September 2019

ANUGA 2019 und der Boom im Agrar-Export-Sektor Perus

Von Gerardo Basurco, Themen Agroexport | Newsletter - 2019 - 10 Oktober | Import: Peruanische Produkte in D-A-CH | Landwirtschaft

ANUGA 2019 und der Boom im Agrar-Export-Sektor Perus

Zum 100-jährigen Jubiläum werden rund 7.500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern zur ANUGA in Köln erwartet. Nach Angaben der Kölner Messe wird die weltgrößte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke den Ausstellerrekord von 2017 damit übertreffen.
Der Veranstalter rechnet vom 5. bis 9. Oktober 2019 insgesamt mit mehr als 165.000 Fachbesuchern aus über 190 Ländern. 90 Prozent der Anbieter und rund 80 Prozent der Fachbesucher kommen aus dem Ausland.
In diesem Jahr präsentiert die ANUGA zum ersten Mal den „Boulevard of Inspiration“ mit drei Sonderschauen – der ANUGA Trend Zone, der ANUGA Taste Innovation Show sowie der neuen Eventfläche ANUGA Horizon 2050. Peru wird erneut mit einer starken Vertretung auf 500 m2 Fläche der ANUGA anwesend sein.

Bei der Teilnahme im Jahr 2017 war Peru mit 48 Unternehmen auf 51 Stände in der ANUGA präsent, 39 davon in der Fein- und 9 in der Frozenzone. Die Besucherzahl des peruanischen Pavillons erreichte am zweiten Messetag knapp über 5.000, an den fünf Veranstaltungstagen schätzungsweise 15.000 Besucher. Auf der ANUGA 2017 wurden Geschäftsabschlüsse in der Grössenordnung von 276 Mio. US Dollar getätigt.
Zu den gefragtesten Produkten zählten: Quinua (fertig zum Verzehr), Bio-Kakao, Sacha Inchi (Öl, Mehl, Snack), Paprika, Artischocke, Paprika und Jalapeños, gefrorene Mango und gefrorene Avocado. Die gefragtesten neuen Produkte waren: gegrilltes Gemüse, Lucumapulver und Lila Mais.

Dieses Jahr nimmt eine ähnliche Anzahl von peruanischen Unternehmen teil, die eine diversifizierte Palette von Produkten an der ANUGA präsentieren (Liste der Aussteller mit Standnummern). Fünfundzwanzig Stände befndensich in der Fine-, zwölf in der Frozen-, zehn in der Organiczone und zwei in Anderen. Die Erwartungen an der wichtigsten Weltmesse der Branche sind hoch. 

Mario Ocharán, Exportdirektor von PromPerú, berichtete der Agentur für Agrarnachrichten Agraria.pe, dass die ANUGA für den peruanischen agroindustriellen Sektor ein wichtiges Tor zum Alten Kontinent ist. Daher hat sich PromPerú für diese Ausgabe mit der Handelskammer Limas CCL (die Mitgliedsunternehmen, die an der ANUGA teilnehmen werden, sind noch zur Zeit unbekannt) und der Peruanisch-Deutschen Handelskammer zusammengeschlossen, um eine stärkere Beteiligung von Unternehmern zu ermöglichen, die das wirtschaftliche Potenzial der Veranstaltung nutzen können.

Er fügte hinzu, dass der Zeitpunkt für das Land ideal sei, da in Europa bereits Produkte der peruanischen Agrarwirtschaft im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar vermarktet wurden. So hob er den Fall der Avocado Exporte in Höhe von 350 Millionen US-Dollar, Trauben mit 250 Millionen US-Dollar und Heidelbeeren mit 150 Millionen US-Dollar hervor. Die ANUGA wird zugleich ein Stützpunkt sein, um die Erschliessung des asiatischen Marktes zu ermöglichen.

Entwicklung des peruanischen Agrarexportsektors

Der Vorsitzende der Förderungsgesellschaft Perus PromPeru, Luís Torres, gab in einer letzten Woche ausgestrahlten Interview im Sender Cara y Sello u.a. folgendes bekannt:

  1. Im Jahre 2000 betrugen die Agroexportprodukte des Landes 500 Mio. US Dollar, 2018 beliefen sich diese auf 6 800 Mio US Dollar (Die Gesamtexporte Perus betrugen 47 900 Mio US Dollar im selben Jahr).
  2. Peru ist der erste Produzent weltweit von Spargeln, Quinoa und natürlichen Färbemitteln, bei Blaubeeren (500 Mio. US Dollar im Jahr 2018, deren Anbau erst 2012 begann), Avocado, Mandarinen belegt Peru den zweiten Platz. Peru ist auch bedeutender Exporteur von Bio-Bananen und speziellen Kaffeesorten.
  3. Ein Grossteil der Exportprodukte stammen aus den Regionen. Im Jahre 2018 wiesen sieben Regionen Produktionsrekorde auf.
  4. Peru ist vor allem bei den Ausfuhren von Super Foods sehr erfolgreich
  5. Die Entwicklung des Agrarsektors verläuft weiterhin positiv und die Prognosen für das laufende Jahr stehen auf Wachstum. In anderen Sektoren -Bergbau z.B.- ist eine rückläufige Entwicklung zu beobachten.

Ferner beliefen sich die peruanischen Agro-Exporte auf 4,352 Mio. US Dollar von Januar bis August dieses Jahres nach dem Agrarnachrichten Portal Agraria.de, was einem Wachstum von 4,1% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht. Dieser Ansteig führte das Ministerium für Landwirtschaft und Bewässerung (Minagri) auf die höheren Lieferungen von Obst und Gemüse zurück. 

Interview mit dem Vorsitzenden von PromPeru, Luís Torres



 

 

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.