04. Februar 2018

Wiederaufbau im Peru: Stand der Arbeiten

Von Gerardo Basurco, Themen Bau/Infrastruktur | Newsletter - 2018 - 02 Februar

Edgar Quispe Remón Direktor der Wiederaufbaubehörde

Die Arbeit der Wiederaufbaubehörde wurde im letzten Jahr durch Spannungen zwischen der Zentral- und den Regional- und Lokalregierungen gebremst. Dies führte zum Rücktritt des ersten Direktors der Behörde Pablo de la Flor. Andererseits hat der Impact der Korruptionsaffäre Odebrecht auf die ganze Baubranche einen negativen Einfluss ausgeübt. Ein Bauunternehmenverein "Club de la Construcción", dem die wichtigsten nationalen und internationalen Bauunternehmen angehören sollen, sollen sich die Aufträge des Verkehrsministeriums und Strassenbehörde Provias unter sich aufgeteilt haben.

Ein neuer Direktor hat die Führung der Behörde übernommen und in Zusammenarbeit mit der Regional- und Lokalregierungen wurde der Plan zum Wiederaufbau angepasst. Nun soll die Umsetzung der Projekte zügiger ablaufen.

Edgar Quispe Remón, neuer Exekutivdirektor der Behörde für den Wiederaufbau mit Veränderungen seit dem 2. November letzten Jahres, erwähnte, dass im September 2017 der Plan "Wiederaufbau mit Veränderungen" verabschiedet wurde, in dem mehr als 12 Tausend Projekte im Wert von mehr als 25 Milliarden Soles (6,25 Mrd. Euro) durchgeführt werden sollen, wobei die meisten Investitionen und Projekte in der Region Piura erfolgen sollen, die am stärksten vom Phänomen des „El niño costero“ betroffen war. Die Mehrheit dieser Projekte werden in der Modalität Investitionen gegen Steuern vergeben (Obras por impuestos OxI). Hierbei können Privatunternehmen Projekte öffentlicher lokaler, regionales und nationaler Institutionen finanzieren und/oder ausführen. Sie erhalten ein Zertifikat, das bei der nächsten Einkommenssteuererklärung angerechnet werden. Auf diese Weise kann der Staat Investitionen schnell und effizient ausführen, und das private Unternehmen hat die Möglichkeit, ihr Image zu verbessern, einen Einfluss im Bereich wo ihre Steuern investiert werden beeinflussen und aktiv zur Entwicklung des Landes beizutragen.

In diesem Kontext bereiten die Wiederaufbau mit Veränderungen und das Finanzministerium eine besondere neue Verordnung für OxI beim Wiederaufbau vor, die die Wiederaufbauarbeiten im Land noch schneller und besser fördern sollen. Laut Edgar Quispe wird diese neue Regelung in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.

Konkret werden 2018 mehr als 7 Milliarden Soles (3.500 Projekte befinden sich in der Bauphase und mehr als 5.000 in der Vorinvestitionsphase) investiert werden. Diese werden für den Wiederaufbau von Straßen, den Bau von Schulen und andere Infrastrukturarbeiten in den 13 an diesem Wiederaufbau beteiligten Regionen realisiert. Dieser Prozess wird sich auf die nächsten 4 Jahre erstrecken.

Gemäß dem Zeitplan der Wiederaufbaubehörde werden im ersten Quartal 2018 72 Projekte, 1.600 Projekte im zweiten Quartal, 1.500 Projekte im dritten und 500 Projekte im vierten Quartal dieses Jahres durchgeführt werden.
"Es ist wichtig festzuhalten, dass die Finanzierung dieser Investitionen, durch die Wiederaufbaubehörde garantiert wird, d.h., das das Budget für diese Maßnahmen von der Wiederaufbaubehörde vergeben wird, dass Budget der Fachministerien werden nicht belastet.", sagte Quispe.

Auf der anderen Seite betonte er, dass Prävention die grundlegende Achse für den Wiederaufbau der am stärksten betroffenen Gebiete des Landes sein sollte. Diese Aussagen wurden im Rahmen des von der Handelskammer von Lima organisierten Veranstaltung "1. Gespräch: Umbau mit Veränderungen - Chancen für den privaten Sektor" gegeben.

Provias prensa

Teilnehmer am 1. Gepräch "Wiederaufbau mit Veränderungen - Chancen für den privaten Sektor", Edgar Quispe (Direktor Wiederaufbaubehörde, Gonzalo Prialé (Präsident des privaten Verbands zur Förderung der nationalen Infrastruktur), Mario Mongilardi Fuchs (Präsident der Handelskammer Limas), die Abgeordnete Marisol Espinoza und der Rechtsanwalt und Mediator Dr. César Candela.

Es ist zu hoffen, dass die Maßnahmen nun effizienter und schneller umgesetzt werden.

Quellen: Peruvias Prensa, Semana Económica

Über den Autor

Gerardo Basurco

Gerardo Basurco

Er betätigt sich als Berater und Projektleiter in der Privatwirtschaft und ist Dozent in Entwicklungspolitik und Landeskunde Lateinamerikas für die AIZ/GIZ. Zudem verfügt er über langjährige Erfahrung in der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika.
Bei Peru-Vision ist er zuständig für den Bereich Wirtschaft und Politik sowie Consulting.

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