20. August 2013

Hafen Matarani in Südperu verdoppelt Kapazität

Themen Häfen

Der Hafen in Matarani an der Südküste Perus soll für 260 Millionen US-Dollar ausgebaut werden und so in zwei Jahren seine Logistikkapazität annähernd verdoppeln. Dies teilte die Betreibergesellschaft Terminal Internacional del Sur (Tisur) in Arequipa mit. Das Unternehmen hatte zuvor eine entsprechende Genehmigung des peruanischen Verkehrsministeriums sowie die Bescheinigung der Behörden erhalten, dass der Hafen die Sicherheitsstandards der Weltzollorganisation erfüllt.

Matarani ist der Umschlagplatz für die zweitgrößte peruanische Stadt Arequipa, die sich 120 Kilometer entfernt im Hochland befindet. Aber auch Boliviens Hauptstadt La Paz und seit kurzem die westbrasilianischen Provinzen Acre und Rondonia wickeln Im- und Exporte über den Hafen ab. Als eine wichtige Verbindung dient hierbei die Eisenbahn von Matarani über Arequipa bis nach Puno nahe der Grenze zu Bolivien. Um die Anbindung ins Nachbarland zu verbessern, ist eine Verlängerung dieser Route geplant (wir berichteten). Jährlich wurden in Matarani zuletzt 15.000 bis 20.000 TEU umgeschlagen, zum großen Teil Rohstoffe aus den Bergbaugebieten.

Hafen in Matarani (Bild: Tisur)

Weitere Hafenprojekte

Das Vorhaben in Matarani ist nur eine von mehreren geplanten Hafenerweiterungen in Peru: So soll die Hafenanlage San Martín in Pisco südlich von Lima für 100 Millionen US-Dollar von einem privaten Investor modernisiert und 30 Jahre lang betrieben werden. Ende Oktober wird bekannt gegeben, welche Bieter in die engere Auswahl kommen. Der Auftrag soll noch in diesem Jahr vergeben werden.

Des Weiteren erarbeitet die peruanische Regierung zusammen mit südkoreanischen Experten einen Masterplan für die Entwicklung der Seehäfen Ilo, Salaverry, San Juan de Marcona sowie den Binnenhäfen Pucallpa am Fluß Ucayali und Iquitos am Amazonas. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen. Anschließend wird über die Beteiligung privater Firmen entschieden. Im kommenden Jahr will überdies die nordperuanische Region Lambayeque ein größeres Hafenprojekt in Angriff nehmen. Wie die Zeitung Gestion berichtete, wird die Modernisierung des Hafens in Eten bei Chiclayo oder in Chimbote geprüft. Die Rede ist von einer Investition in Höhe von 500 Millionen US-Dollar.

Beschlossene Sache ist die Erweiterung des Hafens in Callao vor den Toren Limas. Die von APM Terminals betriebene nördlichen Mole wird in fünf Abschnitten für 750 Millionen US-Dollar verlängert; bei der südlichen Mole steht derzeit eine 100 Millionen US-Dollar teure Ausbauphase an. Allerdings verzögert sich der Baubeginn, weil es Unstimmigkeiten zwischen dem Betreiber Dubai Ports World (DPW) und den Behörden gibt. Um den stark frequentierten Hafen von Callao zu entlasten, arbeitet das Verkehrsministerium an einem Plan für vorgelagerte Häfen. Im vergangenen Jahr nahm der Güterumschlag dort um zwölf Porzent auf 1,8 Millionen TEU zu – die sechstgrößte Menge unter allen Häfen in Lateinamerika.

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