09. Mai 2018

Der peruanische Film "Die Augen des Weges" geht in die deutschen Kinos am 10. Mai 2018

Von PerúVision, Themen Film

Ein Film von Rodrigo Otero Heraud | Peru 2016 | 88 Min. | Originalfassung (Quechua) mit deutschen Untertiteln

Der peruanische Film

DIE AUGEN DES WEGES ist ein visuelles Gedicht mit überwältigenden Aufnahmen der Andenbergwelt. Es ist ein Quechua-Gebet, das die Gefühle der Andenkultur gegenüber der Mutter Erde zum Ausdruck bringt und die Suche nach einem tieferen Verständnis der Natur als Lebewesen, als ewige Begleiterin der Menschen. Der Hauptfigur ist ein Mann aus den Anden, der in verschiedenen Regionen der Kordilleren auftaucht und wieder verschwindet, wie ein Geist, der einen letzten Blick auf die heiligen Berge werfen möchte, und sich mit dem Wasser, den Felsen, den Männern unterhält, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, unter welcher Krankheit die Menschheit der Gegenwart leidet.

Mittels einer traumhaften und poetischen Filmsprache erleben wir verschiedene rituelle Momente des andinen Lebens. Es beginnt mit den ersten Regenfällen und es bildet sich ein Gegenüber zwischen den verschiedenen Phasen des Wasserlaufs mit dem Leben in den Dörfern. So webt unsere Hauptperson einen Weg, manchmal nachdenkend, manchmal zeigt er uns die Dörfer, und manchmal spricht er mit den Bergen und dem Wasser. Nach und nach bildet sich der Sinn aus den Gedanken heraus, eine Suche nach Antworten, die ihren Höhepunkt bei dem Treffen mit dem Apu (heiliger Berg) Tambraico, diesem überragenden und felsigen Gipfel in Huancavelica, der im Dialog mit Hipólito die Krankheit der Menschheit preisgibt:

Das Herz der Menschen hat sich in Stein verwandelt (verhärtet).

Er ergänzt:

Doch sogar die Steine haben Gefühle, sonst würden sie nicht Tränen vergießen, um uns zu trinken zu geben, die Pflanzen zu bewässern, damit das Leben wächst. Deswegen sollen wir unsere Herzen der Mutter Erde öffnen, ohne Rücksicht auf unseren Glaubens oder unseren Alltag. In der Natur gibt es Wissen, Weisheit, Liebe, da ist alles was wir brauchen.

Augen des Weges Plakat 480x679Der Protagonist

Hipólito Peralta Ccama ist ein spiritueller Meister der andinen Tradition, der als Grundschullehrer in Andahuaylillas in Cusco arbeitet. Er ist ein Weiser, ein Mensch mit einer Dichterseele, der die Welt mit dem Herzen eines Kindes der Erde sieht, er ist Erbe einer tausendjährigen Tradition die ausstirbt. In seinen Zeremonien gibt er all seine Seele. Er weiß, dass der Erhalt der Mutter Erde ein ungleicher Kampf ist, da die Spiritualität verfällt, und er vielleicht in seiner Traurigkeit oder in seiner Hoffnung für das Leben scheitert. Trotzdem gibt er sich seiner Mission und seiner Vision hin, und vergibt keine Gelegenheit, die Herzen der Leute anzusprechen in der Suche nach der Verbindung mit den Gefühlen, damit wir merken, dass wir Menschen nur auf der Durchreise sind und auf dieser Erde keine Reichtümer ansammeln können. Er sät Liebe zur Erde und zu einem gemeinschaftlichen Leben.

Hipólito ist die Achse dieses Dokumentarfilms. Er unternimmt eine Pilgerreise zu verschiedenen Gegenden und Dörfern der peruanischen Sierra, auf der Suche nach den wichtigsten Apus, den heiligen Bergen, jedes Ortes, die ihm die unsichtbare Geschichte der spirituellen Kräfte der Erde vermitteln und eröffnen können.

Mit dieser Reise kann er fühlen und mit eigenen Augen sehen, wie seine fernen Geschwister leben, wie sich der Geist und die Moral seines Volkes befinden, und sich auf Quechua zu unterhalten. Er ist ein Reisender, der Verbindungen und Offenbarungen der Apus, der Landschaften, der Flüsse und der Menschen sucht, die er auf seinem Weg antrifft. Auf diese Weise untersucht er, wie es um die andinen Kulturen bestellt ist und er erahnt ihre Zukunft; er stellt fest, was wir machen müssen, um das Leben zu erhalten.

Der Regisseur

Rodrigo Otero Heraud hat eine Ausbildung als Filmautor. Mit seiner Arbeitsweise schafft er persönliche Nähe in den Projekten, mit wenig Mitarbeitern, und vermittelt seine Feinfühligkeit und die Lesart der Situationen und Räume in seiner eigenen künstlerischen Sprache. Er leitet, filmt und editiert seine Werke und damit bewahrt er einen eigenen Stil entlang der Verwirklichung seiner Arbeiten. Seine Prinzipien basieren darauf, dass Kino und Kunst spirituelle Nahrung für das Bewusstsein der Menschen ist, d.h. es sind hilfreiche kreative Handlungen. Deshalb befasst er sich mit transzendentalen Themen wie dem ursprüngliche Wissen indigener Völker, und die verschiedenen spirituellen Prägungen der Völker und Kulturen in Peru. Seine experimentellen Werke und Spielfilme folgen der gleichen Motivation.

Alternative Weltaufführung

Der Film hatte am 21. September 2017 eine alternative weltweite Uraufführung in Institutionen, Kinos und Kulturzentren, 330 Projektionen in Peru, 300 davon in Dorfgemeinschaften, 30 andere Projektionen in Deutschland, Spanien, Italien, USA, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Brasil, Chile. Diese Uraufführung erreichte ca. 12000 Zuschauer am ersten Wochenende.

Der Start in den deutschen Kinos

DIE AUGEN DES WEGES startet in den folgenden Kinos:

Aachen: Apollo
Berlin: Filmtheater am Friedrichshain
Berlin: DelphiLux
Berlin: Babylon-Kreuzberg
Berlin: ladenKino
Bochum: Casablanca
Bonn: Neue Filmbühne
Freiburg: Friedrichsbau-Apollo
Gauting: Kino Breitwand
Hamburg: Abaton
Hamburg: Koralle-Kino
Hamburg: Blankeneser Kino
Heidelberg: Gloria
Heilbronn: Kinostar Arthaus
Karlsruhe: Schauburg
Köln: Odeon Kino
Mainz: Cinemayence
Mannheim: Cinema Quadrat
München: Neues Arena
München: Theatiner Film
Münster: Cinema
Nürnberg: Meisengeige
Oldenburg: Casablanca
Stuttgart: Atelier am Bollwerk
Tübingen: Arsenal
Wuppertal: Cinema


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