Außenpolitik

Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika hatten in der peruanischen außenpolitischen Tradition Priorität (Haupthandelspartner / ca. 1 Mio. Peruaner leben dort). In den letzten Dekaden war Peru bemüht, seine Beziehungen zu Europa, Lateinamerika und Länder des pazifischen Raumes zu vertiefen. Überdies strebt Peru eine Mitgliedschaft in der OECD, dem Kreis der führenden Wirtschaften der Welt, an. 2015 war es Gastgeber von IWF und Weltbank.

Auf Anregung des früheren peruanischen Präsidenten Alan Garcia begründete Peru zusammen mit Mexiko, Kolumbien und Chile die Pazifik-Allianz. Seit 2012 setzt dieses Bündnis auf weitgehenden Abbau von Zöllen und auf marktwirtschaftliche Prinzipien, im Gegensatz zu den protektionistisch orientierten Mercosur-Staaten. Im Jahr 2013 trat ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Peru in Kraft. 2015 wurde vereinbart, die Visumspflicht für Peruaner bei 90-tägigen Aufenthalten im Schengenraum aufzuheben. Die Reiseerleichterung dürfte im März 2016 in Kraft treten. Mit Deutschland unterzeichnete Peru Mitte 2014 eine Rohstoffpartnerschaft. Bei einer Visite von Bundesaußenminister Steinmeier in Lima im Februar 2015 vereinbarten beide Seiten, sich künftig regelmäßig politisch zu konsultatieren. Kurz danach stattete Bundespräsident Gauck Peru einen mehrtägigen Staatsbesuch ab, bei dem es um Kooperationen in Bildung und Umweltschutz sowie die Aufarbeitung des Bürgerkriegs in Peru ging. 

Weiterhin hat für Peru der Ausbau der Beziehungen zur größten Wirtschaft Südamerikas, Brasilien, hohen Stellenwert. Die Grenzkonflikte mit dem nördlichen Nachbarn, Ecuador, ist mit dem Friedensabkommen von 1998 beigelegt und 1999 wurde mit Chile eine Vereinbarung unterzeichnet. Hiermit hatten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern normalisiert bis Peru im Jahr 2008 einen Antrag zur Klärung der maritimen Grenzen zwischen Peru und Chile vor dem Internationalen Gericht in den Hagen stellte. Im Januar 2014 entschied der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag. Der Urteil nahm sowohl die Standpunkte Perus und Chiles an und Peru wurde ein etwa 50 000 Quadratkilometer Meeresabschnitt zugesprochen.

Drucken